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Hochzeitsfotograf Dominic Heidl von „Topf liebt Deckel“ mit uns im Gespräch

10. Mai 2017
Hochzeitsfotograf_Düsseldorf_Hochzeitsreportage_Braut_Bräutigam

„Topf liebt Deckel“ bei yeswedo

Im Interview mit unseren Dienstleistern: Heute erklärt Dominic Heidl von Topf liebt Deckel in unserem Interview, wie er als ehemaliger Kommunikationsdesign-Student zur Hochzeitsfotografie kam – und was ihm an diesem Job besonders gefällt. Außerdem gewährt er einen Einblick in seine Arbeitsweisen und erläutert, warum nicht jeder Gast sich zum professionellen Fotografen eignet. Aber lest selbst, was die Besonderheit dieses Jobs ausmacht.

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Hallo Dominic, es freut uns, dass wir dich für unser Interview gewinnen konnten und sind gespannt, was du uns alles über die Hochzeitsfotografie erzählen wirst.

Als erstes interessiert es uns natürlich, weshalb du dich für die Hochzeitsfotografie entschieden hast?

Ich glaube, es gibt zwei elementare Dinge, die für Spaß an der Arbeit sorgen. Zum einen hat man als Fotograf gerade bei Hochzeiten ungewöhnlich viel Freiraum bei der Bildgestaltung. Bei Agenturen und Business Jobs ist das oft eingeschränkter. Auf Hochzeiten wirst immer wieder gefordert, alles in sehr kurzer Zeit einzufangen, da musst du dann auch die Technik im Schlaf bedienen und dich auf die Menschen konzentrieren. Und langweilig wird es bei Hochzeiten auch nie, allein dadurch, dass sich immer die Gegebenheiten durch die wechselnde Location und das neue Paar ändern. Zum anderen ist das arbeiten mit fröhlichen Menschen sehr angenehm und transportiert eine tolle Energie.

Und wann hast du mit Topf liebt Deckel angefangen?

Topf liebt Deckel gibt es jetzt seit 2012. Knapp ein Jahr später kam Matthias dazu. Seit dem bilden wir beide das „Topf liebt Deckel“-Team.

Welche Ansprüche habt ihr an euch als Hochzeitsfotografen?

Da wir uns nicht wiederholen wollen, lassen wir uns immer wieder etwas Neues einfallen und probieren neue Bildideen aus, schließlich möchten wir ja für jedes Brautpaar eine individuelle Reportage fotografieren und das betrifft sowohl die Bildgestaltung als natürlich auch die Nachbearbeitung.

Gibt es denn eine bestimmte Weise, wie du dich auf die Hochzeit vorbereitest? Hast du ein bestimmtes Ritual?

Nach dem Vorgespräch telefoniere ich meist noch einmal kurz vor der Hochzeit mit dem jeweiligen Paar und wir gehen gemeinsam die letzten Details durch. Dann schreibe ich meinen finalen Ablauf und los gehts. Es gibt aber kein festgelegtes Ritual oder ähnliches.

Kannst du denn grob sagen, wieviel Zeit du fotografierend vor Ort verbringst und wieviel Zeit du für die Vor- und Nachbereitung benötigst?

Generell ist das natürlich von Hochzeit zu Hochzeit verschieden. Aber man kann grob sagen, dass wenn ich 12 Stunden vor Ort bin, verbringe ich auch mindestens 12 Stunden mit Vor- und Nacharbeit.

Und bei der vielen Zeit die du brauchst, was denkst du da eigentlich über die fotografierenden Gäste? Könnten die Brautpaare dich nicht auch für einen kürzeren Zeitraum buchen und den Rest von Freunden und Verwandten machen lassen?

Nein, das denke ich nicht. Ein Fotograf beschäftigt sich täglich mit seinem Handwerk. Das kann man gut auf alles übertragen: Ein Musiker braucht in der Regel 10.000 Stunden, bis er sein Instrument richtig beherrscht. Wenn jemand mein Auto reparieren soll, bin ich auch froh, wenn er sein Handwerk gelernt hat. Dann kann ich mich darauf verlassen und unbesorgt weiter fahren.

Und deshalb sollte ein Brautpaar auch nicht auf einen professionellen Fotografen verzichten?

Genau, denn so wie bei einem Musiker ist das bei Fotografie auch. Eine Kamera allein hat noch keinen guten Fotografen hervorgebracht, es ist die tägliche Übung mit seinem Werkzeug und natürlich auch mit den Menschen vor der Kamera. Ich glaube, der Grund für die Buchung eines Dienstleisters ist immer der Gleiche: Ich möchte Verantwortung in vertrauenswürdige Hände geben, damit ich mich selbst nicht darum kümmern muss und meine Feier genießen kann. Gleiches gilt dann auch für den Onkel oder den besten Freund mit der Kamera.

Gibt es denn etwas, was du gerne als Hochzeitsfotograf erreichen möchtest?

Meistens mache ich meine Bildübergabe persönlich, dann kann ich die Reaktionen der Paare sehen, wenn sie ihre Reportage anschauen. Wenn sie sich dann total darin verlieren und sich über die einzelnen Bilder freuen, dann habe ich eigentlich alles erreicht was ich mit meinen Bildern erreichen möchte.

Du warst ja bereits bei zahlreichen Hochzeiten als Fotograf tätig, gibt es ein Erlebnis, das für dich das Schönste war?

Ja, da gibt es ein Erlebnis. Allerdings war ich auf dieser Hochzeit zur Abwechslung einmal selber Gast. Kurz nach dem Eröffnungstanz hat der Bräutigam mit seiner fast 90-jährigen Oma getanzt. Das fand ich wahnsinnig rührend und ich muss gestehen, dass ich ihn auch ein wenig darum beneidet habe. Denn das ist ein Moment, den ich selbst wohl nicht mehr erleben werde.

Gibt es denn eigentlich ein Geheimrezept, wie man es schafft, dass sich das abgelichtete Paar wohl fühlt?

Wir machen immer persönliche Vorgespräche mit unseren Paaren. Dabei merkt man schon, ob die Chemie stimmt oder nicht. Der Rest läuft dann einfach von selbst. So viel greifen wir nämlich gar nicht in die Bildgestaltung ein, sondern lassen unsere Paare ganz natürliche Dinge machen und beobachten sie dabei mit der Kamera. So entstehen entspannte und natürliche Aufnahmen.

Welche ungewöhnlichen Locations hattet ihr bereits bei einer Hochzeitsreportage oder Styled Shoots?

Bei unserem letzten Styled Shoot haben wir uns mit dem Thema „Hochzeit zu Zweit“ beschäftigt. Da hatten wir die Idee, dass das Paar doch einfach mit einem Wohnmobil auf eine einsame Wiese fährt und dort die Zweisamkeit genießt. Dafür haben wir auf Feldern und in einem alten Steinbruch fotografiert. So ein Wohnmobil bietet doch unglaublich viele Möglichkeiten für spannende Motive und ich glaube es ist uns ganz gut gelungen eine schöne Stimmung einzufangen, ganz abseits vom Trubel der großen Hochzeitsfeiern. Aber schaut doch einfach selbst.

Hochzeitsreportage: Fahrt ins Blaue

Tipps & Tricks

Inwieweit können Paare bei euch ihre eigenen Fotoideen einbringen?

Wir haben immer ein offenes Ohr für Ideen. Gerne besprechen wir diese im Vorgespräch oder setzen sie spontan im Shooting um. Ab und zu bekommen wir im Vorgespräch nur Fotos anderer Fotografen gezeigt, die eigentlich gar nicht unserem Stil entsprechen. Da wird es dann natürlich schon schwieriger.

Wie lange im Voraus sollten Paare einen Hochzeitsfotografen buchen?

Sobald der Termin zur Trauung und die Location steht, sollte die Suche nach einem Fotografen beginnen. Bei beliebten Monaten wie Mai und August oder bestimmten Daten kann es sicherlich nicht schaden, wenn man etwas früher dran ist. Die meisten Paare melden sich aber ca. 1 Jahr bis 6 Monate im Voraus.

Für wie lange sollte man einen Hochzeitsfotografen buchen?

Das kann man nicht pauschal sagen. Für einige Paare sind die Trauung und die Portraits am wichtigsten und die Feier weniger. Bei einer Reportage, bei der der ganze Tag festgehalten werden soll, sind wir in der Regel zwischen 8-10 Stunden mit dabei.

Wie viel Zeit sollte ein Paar nur für die Brautpaarfotos einplanen?

Uns reichen meistens zwischen 45–60 Minuten. Darüber hinaus ist alles flexibel und wenn es schneller gehen muss, haben wir das bislang auch immer geschafft.

Welche aktuellen Trends gibt es in der Hochzeitsfotografie?

Die Reportage hat einen großen Anteil eingenommen. Der Trend geht weg von den gestellten „Er kniet sich vor Sie“ Motiven. Davon waren wir selbst auch nie Fan. Aber nicht nur in der Hochzeitsfotografie geht der Trend zu ehrlichen Fotos, auch in vielen anderen Bereichen ist das so. Es wird also immer wichtiger, immer aufmerksam zu sein, alles im Blick zu haben und den perfekten Moment zu erwischen.

Lieber Dominic, danke für das nette Gespräch mit dir und die interessanten Einblicke in die Welt eines Hochzeitsfotografen!

Info zu „Topf liebt Deckel“

Kurzvita Dominic Heidl

Dominic Heidl hat an der FH-Düsseldorf Kommunikationsdesign studiert. Während des Studiums hat er eine kleine Agentur mit Freunden geführt, aber es war ihm aber schon vor dem Diplom klar, dass er nur als Fotograf arbeiten möchte. Dabei ist es bei ihm auch geblieben.

Dein Stil

Ich möchte, dass meine Bilder so wirken, als hätte sie ein Gast aufgenommen, als wären sie aus der Menge entstanden, irgendwie spontan. Dafür muss man natürlich immer so nah wie möglich an seinem Motiv sein. Oft funktioniert das gut aus der zweiten Reihe und im Mittelpunkt meiner Motive steht immer die Emotion.

 

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Kontaktdaten

yeswedo Seite: „Topf liebt Deckel“

Webseite: „Topf liebt Deckel“

E-Mail: post@topfliebtdeckel.de

Web: www.topfliebtdeckel.de

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